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Medienverwahrlosung als Ursache für Schulversagen? Auswirkungen im Grundschulbereich
Zusammenfassung von Klaus-Jürgen Beer, Schulmediator und Honorardozent an der Universität Osnabrück
Zur Statistik Von den 6-jährigen SchülerInnen verfügt fast jeder Vierte über einen eigenen Fernseher.
- Was ist daran falsch?
Durch die Verfügbarkeit über einen eigenen Fernseher erhöht sich die tägliche Fernsehdauer um etwa eine Stunde: - Werktags von 2,5 auf etwa 3,5 Stunden. - An Wochenenden auf 4 bis 5 Stunden täglich. Diese Kinder verbringen damit pro Jahr mehr Zeit vor dem Fernseher als im Schulunterricht.
- Auswirkungen auf die „Medienverwahrlosung“:
- Verarmung der sozialen Existenz - Die Kinder versäumen das Leben. - Mangelnde Entwicklung der sozialen Kompetenz - Mangelnde Bewegung
- Auswirkungen des Fernsehkonsums auf die Lernprozesse
Neurobiologen haben herausgefunden, dass die Überführung des Schulwissens in das Langzeitgedächtnis, also in das gesicherte Wissen, danach mindestens 12 Stunden dauert und entscheidend davon beeinflusst wird, was das Kind in den Stunden nach dem Erlernen des Schulwissens emotional erlebt. Wer nun am Nachmittag aufwühlende Filmszenen betrachtet, bei dem wird gewissermaßen verdrängt, was vorher im Kurzzeitgedächtnis gespeichert wurde. Die schulischen Lerninhalte verblassen angesichts der emotionalen Wucht der filmischen Bilder. Befunde aus neuen Untersuchungen sprechen auch dafür, dass sich bei einer kleinen Risikogruppe von 5 bis 10% der männlichen Jugend der massive Fernsehkonsum auch unmittelbar auf ihre persönliche Gewaltbereitschaft auswirkt.
- Was ist dagegen zu tun?
Amerikanische Wissenschaftler der Standford-University haben versucht, auf diese Frage eine Antwort zu entwickeln: Eine Gruppe 9-jähriger wurde dazu angehalten, freiwillig ihren Fernsehkonsum einzuschränken. Daneben gab es eine gleich große Kontrollgruppe von 9-jährigen an einer anderen Schule, die in keiner Weise an dem medienpädagogischen Experiment beteiligt waren. Bereits nach einem halben Jahr konnte bei der erstgenannten Gruppe eine deutliche Reduzierung des Fernsehkonsums sowie eine signifikante geringere Agressivität der Schüler festgestellt werden. In der Kontrollgruppe war dagegen alles beim Alten geblieben.
- Unterbrechung der wachsenden Medienverwahrlosung
Wir müssen es schaffen, den Kindern mehr Lust auf Leben zu vermitteln, die dagegen schützt, ihre Freizeit vornehmlich mit problematischem Medienverhalten auszufüllen.
- Literaturhinweis:
Medienverwahrlosung als Ursache von Schulversagen Prof. Dr. Christian Pfeiffer Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen e.V., Hannover
Unterstützung der Kinder mit Hilfen und Tipps durch Eltern und Erziehungsberechtigte
- Ich höre dem anderen zu!
Wenn du redest, höre ich dir zu. Wenn ich rede, hörst du mir zu.
- Ich spreche für mich selbst!
Ich petze nicht. Ich bin fair zu anderen.
- Ich bin pünktlich!
- Ich bin zuverlässig!
Wenn ich etwas anfange, dann bringe ich es auch zu Ende.
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